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Kleine Freiheiten

Farbe und Putz bröckeln von stuckverzierten Wänden der alten Innenstadtvilla. Nur eine Neonröhre spendet fades Licht, wo einst Kronleuchter den Raum erhellten. Parolen an den Wänden künden vom Sieg der sozialistischen Revolution. Am Treppenaufgang steht eine steinerne, zierliche Frauenfigur mit abgeschlagenem Kopf. Doch was wie eine Filmkulisse wirkt, ist in Havanna lediglich der Aufgang zu einem gemütlichen Restaurant mit guter Küche.

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Zeitreise unter Glas

Die letzten erhaltenen Pariser Passagen aus dem 19. Jahrhundert strahlen einen morbiden Charme aus. Sie sind stumme Zeugen einer längst verflossenen Zeit, als es noch keine Kaufhäuser gab - und das Flanieren unter den Glasdächern als Inbegriff des modernen Großstadtlebens galt. Manche von ihnen wirken heute fast verlassen, andere wurden liebevoll restauriert. Doch sie alle sind versteckte Kleinode in der Großstadt, selbst viele Pariser kennen einige der Passagen nicht.

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Katarina Witt: Abschied von einer Lebensaufgabe

Spiegelglatte Böden sind ihre Bühne, Schlittschuhe ihr liebstes Fortbewegungsmittel. Wenn Katarina Witt vom Eiskunstlaufen erzählt, dann redet sie von Leidenschaft und Berufung, von einer Lebensaufgabe. Kurz vor Beginn ihrer Abschiedstournee sprach Thomas Joppig mit der zweifachen Olympiasiegerin und vierfachen Weltmeisterin über die schönsten Momente ihrer Karriere, das Zicken-Image der Kufen-Künstlerinnen und das Leben nach der Eis-Zeit.

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Von Träumen auf Eis und Träumen, die auf Eis liegen

Die Schwäne tragen Trainingskleidung. Mit ihren silbrig glänzenden Kufen gleiten sie über die spiegelglatte Fläche. Im „Koldinsky-Palast“, einer großen Eis-Arena mitten in Moskau wird für die Show „Schwanensee auf dem Eis“ geprobt. Von Romantik und Verzauberung ist erstmal nichts zu spüren. Die langen Flure, die zur Halle führen, durchzieht der strenge Geruch des frisch verlegten Kunststoffbodens, und in der Halle sind die Läufer umgeben von der Bannerwerbung westlicher Firmen...

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Auf der Suche nach dem Gesamtpaket

Sie bringen eine Glamour-Welt voller Hits auf die Bühne. Die Arbeit, die dahinter steckt, lassen Musicals den Zuschauer meist nur erahnen. Wer eine erfolgreiche Show auf die Bühne bringen will, braucht einen enorm langen Atem. Schon das Auswahlverfahren steckt voller Herausforderungen. Denn die gesuchten Darsteller sollen nicht nur gut singen, sondern auch genauso gut aussehen, schauspielern und tanzen. Ein Besuch bei den Auditions für das Musical „Miami Nights“.

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Viel Arbeit und ein bisschen Promi-Poesie

Egal, ob Rolling Stones oder Kastelruther Spatzen, Franz Josef Strauß oder Christina Aguilera, Die Toten Hosen oder Peter Alexander: Sie alle finden sich in den Gästebüchern, die die Stadthalle Bremen seit ihrer Einweihung vor über 40 Jahren führt. Für den Betrachter wird das Blättern schnell zu einer unterhaltsamen Zeitreise, doch wer das Gästebuch führt, braucht eine Menge Ausdauer, Verhandlungsgeschick und eine gehörige Portion Jagdinstinkt, um die begehrten Unterschriften zu erhalten.

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Die Schicksalsfabrik von Geiselgasteig

Da sitzt sie nun im Mitarbeiterraum des Hotels Fürstenhof. Schluchzt und wimmert, hält die Hände verzweifelt vors Gesicht – und schickt ein Stoßgebet gen Himmel. Gerade eben war Judith Hildebrandt noch der Sonnenschein am Set, hat ihre Kollegen mit strahlendem Lächeln, Küsschen links und Küsschen rechts begrüßt. Doch jetzt ist aus der Schauspielerin das Zimmermädchen Tanja geworden. Und Tanja bangt in der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ um das Leben ihres Freundes.

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Reinhard Mey: „Ich habe mich nie für den Erfolg verstellt“

Reinhard Mey ist ein Phänomen: Vor mehr als 40 Jahren nahm er seine erste Platte auf und hält sich seither erfolgreich im Musikgeschäft. Ein aufmerksamer, liebevoller aber auch kritischer Beobachter seiner Umwelt ist er geblieben. Im Interview mit Thomas Joppig erzählt er, wie er die letzten Minuten vor einem Auftritt empfindet, was er an der deutschen Sprache so liebt, weshalb er seinen eigenen Erfolg lieber nicht erklärt - und warum er noch lange nicht ans Aufhören denkt.

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Hansa-Theater: Ein Varieté im Wartestand

Einst schlugen hier Artisten Saltos, Bauchredner stritten mit ihren frechen Puppen, Seiltänzerinnen balancierten über den Silberdraht, und Illusionisten ließen ihre Assistentinnen über die Bühne schweben. Silvester 2001 gab das Hansa-Theater seine letzte Vorstellung; seither ist es in dem Hamburger Traditionsvarieté still geworden. Doch Geschäftsführer Peter Baldermann hält das menschenleere Haus liebevoll in Schuss - und hofft darauf, dass der allerletzte Vorhang noch nicht gefallen ist.

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Man sieht nur mit den Händen gut

Sie sehen ihre Umwelt verschwommen oder ertasten sie mit den Händen. Sie können nicht Fahrrad fahren – aber mit den Fingern lesen. Sie albern genauso gern herum wie andere Kinder. Sie gehen gern ins Kino, auch wenn sie den Film nur hören können. Und manchmal findet das Kino auch in ihrem Kopf statt. Sie sind stark und hilfsbedürftig – und beides oft ein wenig mehr als der Durchschnitt. Ein Vormittag im Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte in Bremen.
 
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